Manfred Bergmeisters Grabkreuzmuseum
Aus Eisen geschmiedete Grabzeichen zählen zu den Schätzen christlicher Grabmalkultur. In ihnen vereinen sich handwerkliches Geschick und tiefgründige Symbolik, weshalb sie unverkennbar einen Gegenpol zur unkünstlerischen Massenware unserer Tage bilden.
Beide Aspekte waren für den Ebersberger Kunstschmied Manfred Bergmeister ausschlaggebend, schon vor Jahrzehnten mit dem Sammeln schmiedeeiserner Grabkreuze zu beginnen. Um diese Sammlung der Öffentlichkeit zugänglich zu machen, entschied er sich 2002 ein privates Museum für Grabkreuze in Ebersberg zu eröffnen.
Manfred Bergmeister möchte aber nicht nur diese Schätze bewahren. Mit seinem für Jedermann geöffneten und kostenlos zu besuchenden Museum wirbt der Museumsgründer für mehr Verständnis für den Symbolgehalt und die Gestaltung dieser Grabzeichen.
Raum für das Museum wurde frei, als die Kunstschmiede Bergmeister 2002 ein modernes Domizil im Gewerbegebiet von Ebersberg bezog. In klarer sachlicher Ordnung sind in der ehemaligen Schmiede, deren Charakter erhalten blieb, nun die Grabkreuze aufgestellt. Ihre chronologische Anordnung beginnt mit den ältesten Beispielen aus der späten Renaissance im 17. Jahrhundert. Typisch für die Grabkreuze dieser Epoche sind einfache, klare Spiralformen mit der bemerkenswerten Durchstecktechnik, bei der ein Eisenstab gelocht und der zweite hindurch gesteckt wird. Oft enden die Spiralen in grotesken Tier- und Menschenköpfen, Sinnbilder für die von Dämonen beseelte Welt der Lebenden und der Toten.
Es schließen sich an die barocken Kreuze mit Bekrönungen des Auferstandenen, flankiert von Engeln, mit Namens- und Arme-Seelen-Tafel. Ursprünglich waren diese Kreuze meist mehrfarbig. Im Laufe der Zeit wurden sie jedoch mehrfach erneuert und verändert und schließlich auch unter puristischen Vorzeichen überstrichen,. Die Mehrzahl der Kreuze ist daher heute monochrom schwarz , was zu scherenschnittartigen Konturen führt, die optisch sehr reizvoll sein können. Die Reihe der ausgestellten Kreuze endet mit handwerklich hervorragenden Beispielen aus dem 19. und frühen 20. Jahrhundert mit deutlichen Anklängen an den Klassizismus.
Abgerundet wird die Ausstellung historischer Grabkreuze durch zeitgemäße Kreuze aus der Kunstschmiede Bergmeister, die ihrerseits längst interessante Akzente auf oberbayerischen Friedhöfen setzen.
Um die vielen Feinheiten und kaum mehr bewussten symbolischen Bezüge der historischen und zeitgemäßen Grabkreuze zu erkennen benötigt der Besucher eine kompetente Erläuterung, die angemeldeten Schulklassen und Gruppen durch die Kunstschmiede Bergmeister gern gewährt wird. Denn nicht zuletzt auf die Vermittlung formaler, technischer und inhaltlicher Informationen legt das Familienunternehmen Bergmeister großen Wert.
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| Kontaktinformation und Öffnungszeiten |
Museumsadresse: | Das Museum ist Samstags von 9:00 - 12:00 Uhr zu besichtigen. |


